17. Was ist mit Gamma?

Aktualisiert: Feb 13


Theta-Learning - Supra-Lernen im Zen-Modus - Teil 17


von Günter Chetano Lau



Die Erforschung unseres Gehirns scheint noch einige Überraschungen für uns bereit zu halten. Überraschungen, die sich der wissenschaftlich-logischen Herangehensweise (noch?) entziehen, wie z.B. die Erforschung unserer Emotionen.


Auch die Analyse der vollen Funktion unserer Gehirnwellen ist sicher noch nicht abgeschlossen und bietet weiteren Raum für Forschungen. Besonders faszinierend sind die Untersuchungen von Anna Wise und Maxwell Cade, die uns einen ersten Blick auf die zu erwartenden Möglichkeiten bieten.


Sie erklären, zumindest zu einem Teil, das, was wir herausgefunden haben. Aber unsere Forschung zeigt auch auf, dass das noch nicht die volle „Wahrheit“ ist und uns noch viel mehr erwartet.


Beginnen wir mit einem etwas anderen Überblick über die Gehirnwellen aus dem Blickwinkel von Wise und Cade. Gemäß ihrer langjährigen Erforschung der EEGs unzähliger Probanden aus den unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten zeigen sich noch andere Funktionalitäten, als sie in Artikel 16 beschrieben wurden.



Übergeordnete Bedeutung der Gehirnwellenzustände*


Betawellen (38 - 15 Hz) sind die Hirnwellen des normalen Wachbewusstseins, der nach außen gerichteten Aufmerksamkeit, des logischen, prüfenden und bewussten Denkens. Die hohen Frequenzen des Betaspektrums werden besonders beobachtet bei innerer Unruhe, Angst, Stress und wenn unser innerer Kommentator oder Kritiker aktiv ist. Sie unterscheiden sich von den niederfrequenten Betawellen des Awakened Mind, dessen Denken klar, wach, aufmerksam und kreativ ist.


Alphawellen (14 - 8 Hz) treten in gelöster, entspannter Grundhaltung, beim Tagträumen und Visualisieren auf (wobei hier alle Sinnesqualitäten gemeint sind; manche Menschen können z.B. Geruchs- oder Tastempfindungen wesentlich intensiver »visualisieren« als innere Bilder). Alphawellen sind das Tor zur Meditation, sie sind als Brücke notwendig, damit Informationen aus dem Theta-Bereich in unser Wachbewusstsein gelangen können. Wenn wir so tief meditieren, dass wir nur noch Theta- und Deltawellen, aber keine Alphawellen mehr produzieren, werden wir uns an die Inhalte der Meditation nicht erinnern können. Alpha ist deshalb besonders in Kombination mit anderen Hirnwellen bedeutsam.

Theta (7 - 4 Hz) sind die Wellen des Unterbewussten. Sie kommen besonders im Traum (REM-Schlaf), in der Meditation, bei Gipfelerfahrungen und während kreativer Zustände vor. Im Theta-Bereich finden sich unsere unbewussten oder unterdrückten seelischen Anteile, aber auch unsere Kreativität und Spiritualität. Bilder aus dem Theta-Bereich sind oft weniger farbig, manchmal bläulich getönt, vermitteln uns aber meist ein tieferes Gefühl von persönlicher Bedeutung als die lebendigen, bunten Bilder der Alphawellen. Thetawellen allein bleiben unbewusst; erst wenn auch Alphawellen dazukommen, können wir ihre Inhalte bewusst wahrnehmen oder erinnern.

Deltawellen (3 - 0,5 Hz) sind die Hirnwellen mit der niedrigsten Frequenz und stellen den unbewussten Bereich dar. Im traumlosen Tiefschlaf, dem erholsamen Teil des Schlafes, produzieren wir ausschließlich Deltawellen. Sie kommen aber auch in Kombination mit anderen Hirnwellen vor. Dann entsprechen sie einer intuitiven Aufmerksamkeit, einer Art Radar, einer Einfühlung in Situationen oder andere Menschen. Oft verfügen Menschen aus helfenden Berufen über hohe Anteile an Delta, ebenso Menschen mit traumatischen Erfahrungen, die in einem Zustand ständiger Wachsamkeit leben.


Du wirst festgestellt haben, dass ich die beiden Begriffe des »Unbewussten« und des »Unterbewusstseins« – da sie sehr nahe beieinander liegen – häufig synonym verwende. Beide Bereiche sind uns normalerweise eben nicht bewusst, und sie sind auch nicht so bewusstseinsnah wie eine Telefonnummer, an die wir uns normalerweise erinnern, die uns aber gerade nicht einfällt. Man könnte beide Begriffe aber auch so unterscheiden, dass mit dem »Unterbewusstsein« der nicht bewusste Bereich der eigenen Persönlichkeit gemeint ist (Theta) und das »Unbewusste« über uns hinausgeht und auch das »kollektive Unbewusste« (nach C. G. Jung) und transpersonale Aspekte einschließt (Delta).


Bewusste Menschen, wie z.B. Schamanen, sind gemäß russischer EEG-Untersuchungen in der Lage, ihre Gehirnwellen zu beeinflussen, örtlich zu konzentrieren und diese dergestalt auszusenden, dass sie bei ihren Probanden an der gleichen Stelle im Gehirn konzentriert ankommen (s. Film „Unterwegs in die nächste Dimension“). Solches löst dann in irgendeiner Form physische Reaktionen aus, die zu einer Heilung führen. Es ist zu vermuten, dass dabei Neurotransmitter eine gewichtige Rolle spielen, die potenziell durch die Gehirnwellenmuster zur Ausschüttung gebracht werden.


Die Mischung machts!*


"Joe Kamiya von der Universität Chicago gelang es in den 60er Jahren als erstem Forscher, Versuchspersonen durch EEG-Biofeedback in die Lage zu versetzen, willentlich die Aktivität ihrer Alpha-Hirnwellen zu erhöhen. Anfang der 70er Jahre entwickelte sich im Westen ein zunehmendes Interesse an den Philosophien und Kulturen Asiens. Spirituelle Lehrer und Yogis besuchten Europa und die USA, und viele Popstars verehrten einen indischen Guru (Pete Townsend, Carlos Santana, George Harrison...).


Der Londoner Wissenschaftler C. Maxwell Cade war Biophysiker und Zen-Meister und war zu dieser Zeit als einer der wenigen Nichtmediziner Mitglied der Royal Society of Medicine. Er interessierte sich für die Frage, ob die zweifellos besonderen Bewusstseinszustände und mentalen Fähigkeiten, zu denen viele Yogis und Swamis in der Lage waren, mit einer bestimmten elektrischen Aktivität des Gehirns (Gehirnwellen) verbunden waren, und ob man Menschen aus dem Westen diese Bewusstseinszustände ermöglichen konnte, indem man sie darin unterrichtete, die gleichen Hirnwellenmuster zu produzieren.


Dazu konstruierte er mit dem Techniker Geoffrey Blundell ein EEG-Biofeedbackgerät speziell zur Erforschung von Bewusstseinszuständen, den Mind Mirror™. Tatsächlich produzierten die meisten von ihm untersuchten Yogis im Wachzustand ein anderes Hirnwellenmuster als die meisten »normalen« Menschen im Westen: eine harmonische Kombination aus Beta-, Alpha-, Theta- und Deltawellen, die er als »Awakened Mind« (erweckter Geist) bezeichnete. In Biofeedback-Seminaren und Abendkursen nutzte er den Mind Mirror, um den Teilnehmern die Erfahrung dieser Hirnwellenmuster und damit dieser Bewusstseinszustände zu ermöglichen. Diese frühen Erfahrungen der Hirnwellen- und Bewusstseinsforschung beschrieb der Neurofeedback-Pionier Cade in seinem Buch »The Awakened Mind«.


Die Amerikanerin Anna Wise, die in London acht Jahre mit Maxwell Cade zusammen arbeitete, führte dessen Arbeit nach seinem Tod in den USA fort und erweiterte sie. Sie untersuchte Menschen aus ganz unterschiedlichen Lebensbereichen und fand heraus, dass viele Personen, die zu Spitzenleistungen in der Lage waren, auch im Wachzustand ein Awakened Mind Muster produzieren konnten. Diese Bewusstseinszustände sind vielen Menschen bekannt, aber wir erleben sie oft eher zufällig und nicht immer dann, wenn wir sie brauchen. Anna Wise beschäftigte sich intensiv mit dem Zusammenspiel der verschiedenen Hirnwellen und entwickelte besondere Übungen, die bestimmte Hirnwellen gezielt stimulieren helfen.


Im Gegensatz zu den Pionierzeiten ist der Mind Mirror heute digital und kann die Hirnwellen auf einem Computerbildschirm darstellen. Durch Hirnwellentraining und EEG-Biofeedback lernen wir, diese »besonderen« (meditativen, kreativen, intuitiven, »high performance«) Bewusstseinszustände herbeizuführen und sie für unser Leben zu nutzen. Wir erreichen ein flexibles Bewusstsein, das Anna Wise als »High Performance Mind« bezeichnete."


Jeder Bewusstseinszustand entsteht aus den Bausteinen Beta-, Alpha-, Theta- und Deltawellen. Die Rolle der Gammawellen ist derzeit Gegenstand intensiver Forschung. Aber alles deutet darauf hin, dass der Gammazustand die Ergebnisse der einzelnen Zustände synthetisiert – in Form eines Peak State, den Maxwell Cade „Awakened Mind State“ genannt hat.


Wir produzieren selten nur eine einzige Kategorie von Hirnwellen, sondern unser Bewusstsein beruht meist auf einer Kombination, einer Sinfonie aus verschiedenen Hirnwellen. Anne Wise und Maxwell Cade haben folgende drei wesentlichen Stati beobachtet:


"Normaler" Wachzustand: Betawellen allein oder in Kombination mit Deltawellen (Uhrglas-Muster). Beachtet , dass die Amplitude in den höchsten Frequenzbereichen am größten ist, d.h. die Kurve öffnet sich nach oben. Diese Form des Beta unterscheidet sich von den niederfrequenten Betawellen des „Awakened Mind“-State.




Meditation: eine Kombination aus Alpha- und Thetawellen, ohne Beta- und mit oder ohne Deltawellen. Sowohl Alpha- als auch Thetawellen sind notwendig: Fehlt Alpha, sind wir uns der Meditation nicht mehr bewusst; fehlt Theta, erleben wir zwar eine lebendige Imagination, jedoch ohne Tiefe, ohne Einsicht oder innere Bedeutung.




»Awakened Mind State«: Wenn Sie dem Meditationsmuster niederfrequente Betawellen hinzufügen, produzieren Sie das von Maxwell Cade so bezeichnete „Awakened Mind Muster“. Dann steht Ihnen die Intuition der Deltawellen, die kreative Inspiration, persönliche Einsicht und spirituelle Bewusstheit der Thetawellen, das entspannte, losgelöste Bewusstsein der Alphawellen und die Möglichkeit, Gedanken bewusst zu verarbeiten, zur Verfügung, und das alles zur gleichen Zeit!




Awakened Mind State*


Der „Awakened Mind State“ hat nichts mit Erleuchtung zu tun, viele Menschen können ihn, zumindest zeitweise oder in besonderen Situationen, produzieren. Anna Wise und Maxwell Cade stellten fest, dass in diesem Zustand die Informationen frei zwischen allen Bewusstseinsebenen fließen können: „Unser Bewusstsein wird klarer, schneller, flexibler und origineller, tiefe Einsichten und »Aha-Erlebnisse« sind möglich“.


"Der „Awakened Mind State“ oder „Peak State“ ist damit der Schlüssel zu unserer Kreativität und verbindet die verschiedenen Ebenen unserer Persönlichkeit. Daher wäre der Begriff »High Performance Mind« oder »Fluss-Zustand« aus heutiger Sicht treffender."


Der „Awakened Mind State“ ist übrigens nicht nur das Muster der Yogis, sondern auch typisch für Kinder im Vorschulalter. Erst nach Beginn der Schulzeit stellt sich langsam das für Erwachsene typische hochfrequente Beta ein, während sich die Ausprägung der anderen Hirnwellen verringert.

So sieht ein „Awakened Mind State“ in Echtzeit auf dem EEG-Bildschirm aus:

Und welche Hirnwellen sind nun am besten? Entscheidend ist nicht, so Anna Wise, dass wir unser ganzes Leben in einem „Awakened Mind State“ verbringen, sondern geistige Flexibilität, d.h. die Fähigkeit, unseren Bewusstseinszustand (also unser Hirnwellenmuster) nach unseren Wünschen und Erfordernissen verändern zu können - dass wir also die Wahl haben.


Wir unterscheiden darüber hinaus zwischen dem Zustand und dem Inhalt unseres Bewusstseins. Der Zustand (z.B. der „Awakened Mind State“) ist die Grundlage auf der wir bestimmte Inhalte - Kreativität, berufliche Entscheidungen, Gesundheit, spirituelles Wachstum und vieles mehr - bearbeiten können. Inhalt und Zustand können sich aber gegenseitig beeinflussen.


Anna Wise: „Ist der Awakened Mind trainierbar? Eindeutig Ja!“



Kreativität ist ein Bewusstseinszustand*


Wo hast du deine besten Ideen? Aller Wahrscheinlichkeit nach nicht im Büro. Die Wirtschaftswoche befragte im Sommer 2002 für eine Titelgeschichte über Kreativität Vorstandsvorsitzende und Manager, wo sie ihre besten Einfälle bekommen. Niemand antwortete »am Computer« oder »während der Konferenz«, sondern beim Segeln, Joggen, Duschen, Golfspielen oder anderen Tätigkeiten.


Kreative Ideen werden nicht »erdacht«, sondern entstehen dann, wenn das Denken zur Ruhe kommt. Dichter, Komponisten und Wissenschaftler wissen das seit Jahrhunderten. Willis Harman und Howard Rheingold untersuchen in ihrem Buch »Higher Creativity - Liberating the Unconscious for Breakthrough Insights« die Berichte von Wissenschaftlern, Komponisten und Erfindern über ihr kreatives Schaffen.


Sie leiten daraus die folgenden vier Phasen des kreativen Prozesses ab:


1. Vorbereitung: »Input« Betawellen


An Anfang steht die intensive Beschäftigung mit dem Thema, das Einholen von Informationen und Fakten (Anmerkung: … und die Formulierung einer Frage). Wichtig ist in dieser Phase auch der intensive innere Wille, der unbedingte Drang, zu einer Lösung zu kommen.


Dazu brauchen wir unsere intellektuellen, prüfenden und analytischen Fähigkeiten und damit unsere Betawellen. Gleichzeitig können wir unseren unbedingten Willen zur Lösung durch Alpha- und Thetawellen im Unterbewussten verankern.


2. Inkubation: »Processing« Loslassen


Wenn Sie alles gesammelt haben und Ihre Absicht klar ist, kommen Sie am Schreibtisch irgendwann nicht mehr weiter. Sie müssen das Projekt eine Weile ruhen lassen und Ihrem Unterbewussten Zeit geben, sich mit der Lösung zu befassen. Die nachfolgende Beschreibung zeigt, wie mühevoll ein solcher Prozess ist und wie zeitaufwendig, wenn wir nicht bewusst in den Theta-Zustand bzw. in den „Awakened Mind State“ gehen.


Der Mathematiker Henri Poincaré (1854 -1912) beschrieb das »Loslassen« folgendermaßen:


»Fünfzehn Tage lang mühte ich mich zu beweisen, dass es Funktionen, die ich später Fuchs'sche Funktionen (Fuchsian functions) nannte, nicht geben könne. Ich war damals sehr unwissend; jeden Tag setzte ich mich an meinen Arbeitstisch, blieb dort ein bis zwei Stunden und probierte zahllose Kombinationen, ohne Ergebnis. Eines Abends trank ich ganz gegen meine Gewohnheit schwarzen Kaffee und konnte nicht schlafen. Ideen stiegen in großen Mengen auf; ich fühlte sie zusammenstoßen bis sie sich paarweise verbanden, sozusagen stabile Kombinationen eingingen. Bis zum nächsten Morgen hatte ich die Existenz einer Klasse Fuchs'scher Funktionen festgestellt....Ich musste nur noch die Ergebnisse niederschreiben, was nur ein paar Stunden dauerte.«²


²zit. nach Harman, Willis and Rheingold, Howard: Higher Creativity, Tarcher/Putnam, New York 1984, Übersetzung: Matthias Jacobi


Spazieren gehen, Tagträumen, Entspannen, Schlafen, Muße oder Ausdauersport verringert unsere Beta-Aktivität und fördert Alphawellen. Unser Unbewusstes erhält keinen neuen »Input«. Die Alphawellen schaffen die Voraussetzung dafür, dass Ideen aus unserem Unterbewussten ins Wachbewusstsein aufsteigen können.


3. Idee, Einfall, Eingebung: »Output« Awakened Mind


Ideen und Eingebungen kommen dann, wenn sich unser Unterbewusstes (Theta) wenigstens für einen Augenblick mit unserem Wachbewusstsein (Beta) verbindet. Dafür müssen gleichzeitig Alphawellen vorhanden sein, die eine Art Brücke zwischen Unterbewusstsein und der bewussten Wahrnehmung darstellen und dafür sorgen, dass die Informationen frei fließen können.














»Normaler« Wachzustand: hochfrequente Betawellen

















"Awakenend Mind": Beta, Alpha und Theta (optimaler kreativer Zustand, Informationen fließen frei)


Auch im Traum, in Trancezuständen, im Halbwachzustand vor dem Einschlafen oder beim langsamen Aufwachen haben wir diese Kombination von Hirnwellen. Oft wird der Fluss der Inspiration allerdings unterbrochen, wenn eine äußere Störung oder Ablenkung eintritt. Dann produzieren wir hochfrequente Betawellen, die Alpha und Theta unterdrücken, dadurch »reißt der Faden« (Anmerkung: verhindern durch #Anleiter).


»Die Musik dieser Oper (Madame Butterfly) wurde mir von Gott diktiert, ich war nur derjenige, der sie aufschrieb und an die Öffentlichkeit brachte.« <Giacomo Puccini> »Im allgemeinen kommt der Keim einer zukünftigen Komposition plötzlich und unerwartet. ... Er verwurzelt sich mit außerordentlicher Kraft und Schnelligkeit, bricht aus der Erde heraus, entwickelt Äste und Blätter und blüht schließlich. Ich kann den kreativen Prozess nur durch dieses Gleichnis beschreiben. ... Ich vergesse alles und benehme mich wie ein Verrückter; alles in mir beginnt zu pulsieren und zu zittern; kaum habe ich die Skizze begonnen, folgt ein Gedanke dem anderen. Oft weckt mich mitten in diesem magischen Vorgang eine äußere Unterbrechung aus meinem schlafwandlerischen Zustand ....Wahrhaft schrecklich sind solche Unterbrechungen. ... Sie zerreißen den Faden der Inspiration.« <Peter Tschaikowski> »Ich drehte meinen Stuhl zum Feuer und nickte ein. Wieder tanzten die Atome vor meinen Augen. Dieses Mal blieben die kleinen Gruppen bescheiden im Hintergrund. Mein inneres Auge, geschult durch wiederkehrende Visionen dieser Art, konnte nun größere Strukturen von vielfältiger Gestalt erkennen; lange Reihen, manchmal enger miteinander verbunden; sich drehend und windend in schlangengleicher Bewegung. Doch schau! Was war das? Eine der Schlangen hatte ihren eigenen Schwanz ergriffen, und diese Form tanzte spöttisch vor meinen Augen. Wie blitzartig erwachte ich. ... Lassen Sie uns lernen zu träumen, meine Herren.«

<August Kekule> (über seine Entdeckung des Benzolrings)


Manchmal ist das innere Gefühl des »Richtigseins« so stark, dass die Überprüfung der Idee (Phase 4) tagelang verschoben wird.


»Diese Tatsache [das Gefühl des Richtigseins] ist mir besonders bei Ideen aufgefallen, die mir morgens oder abends im Halbschlaf kamen.« <Henri Poincaré>


4. Realitätsprüfung: Bring es in Beta!


Haben Sie sich schon einmal geärgert, weil Sie eine phantastische Idee schnell wieder vergessen haben?


Das Focus-Magazin berichtete, dass 76% aller kreativen Ideen außerhalb des eigenen Unternehmens entstehen, beim Faulenzen, Frühstücken, beim Sport oder im Auto. Es wurde jedoch auch festgestellt, dass 90% der spontanen Eingebungen verpuffen, weil sie nicht sofort umgesetzt oder aufgeschrieben (d.h. in den Betawellen verankert) werden!


In der Realitätsprüfung, durch Aufschreiben, Zeichnen oder Besprechen benutzen Sie Ihre Betawellen und speichern sie Ihre Idee so im Gedächtnis. Auch nach Meditationen oder Träumen können Sie so verhindern, das Erlebte wieder zu verlieren. Wenn Aufschreiben oder Besprechen nicht sofort möglich ist, können Sie sich einen »Anker«, ein Schlüsselwort oder Symbol merken, der Ihnen später hilft, sich an den Rest zu erinnern.

Kann man den kreativen Zustand erlernen?


Den kreativen Zyklus kannst Du - je nach Projekt - in wenigen Minuten oder über einen längeren Zeitraum - Monate - durchlaufen. Möglicherweise wiederholst du den Zyklus mehrmals oder du befindest dich bei größeren Projekten an mehreren Stellen gleichzeitig.


Je flexibler deine Hirnwellen sind, d.h. je leichter du auf Thetawellen umschalten kannst, desto mehr Zugang hast du zu Deiner Kreativität. Diese Fähigkeit lässt sich entwickeln und trainieren. Dadurch wirst du unabhängiger von Zufällen, weil du kreative Zustände herbeiführen kannst, wann du es willst.


So weit die Aussagen von Anna Wise und Maxwell Cade.



Peak State


Der „Awakened Mind State“ scheint eine wichtige Voraussetzung zu sein für einen weiteren Zustand, den ich als „Peak State“ kennengelernt habe.


Schon früher war mir dieser euphorische Zustand absoluter Gewissheit über bestimmte Erkenntnisse aufgefallen. Nach dem Kennenlernen der Schaubildarbeit nach Prof. Mikhail Schetinin und Richard Kandlin sind diese Zustände bei mir gehäuft aufgetaucht und dann weiter in der Zusammenarbeit mit Stefan Sohst und später auch mit der dazugestoßenen Hanna Marie Walther. Der Zustand lässt sich nicht allein nur mit dieser absoluten Gewissheit beschreiben, sondern auch mit einem Zustand kindlicher Glückseligkeit - faszinierend und „süchtig“ machend.


Es wurden auch Verschmelzungserlebnisse, das Gefühl universellen Wissens und Verlust des Ich-Gefühls beobachtet. Derzeit werden vor allem Gammawellen im Frequenzband um 40 Hz im Zusammenhang mit fokussierter Meditation erforscht. Dabei ist ein besonderes Kennzeichen die Synchronisation der Gammawellen über weite Bereiche des Gehirns.


Faszinierend war auch, dass Peak States nicht nur in der Einzelarbeit, sondern auch in der Gruppenarbeit auftraten. Es musste also einen gemeinsamen Nenner geben, den wir dann zunächst in der Arbeit im Theta-Raum gefunden zu haben glaubten. Auch korrelierte das Gefühl für diesen Zustand mit dem des „ICH WEISS!“ – Status´ und der anschließenden Umsetzung in emotional gefärbte Symbolik. Immer wieder begeisterte uns dieser Zustand und nicht nur uns, sondern auch andere Menschen, die wir darin einführten.


Später stellte ich aber fest, dass dieser Zustand nicht immer auftrat, wenn ich in den Theta-Zustand ging, so wie wir zunächst dachten. Auch der Delta-Zustand löste dies nicht aus, auch wenn er noch faszinierender war als Theta, und bedeutende Visionen erlaubte.


Auf der weiteren Suche nach Erklärungen stieß ich auf die Beschreibung des Zustandes unter Gamma-Gehirnwellen. Und endlich, da war die Beschreibung, die zu meinem Erleben passte:


Gamma-Gehirnwellen werden mit Spitzenleistungen, sogenannter peak performance, starker Fokussierung und Konzentration, hohem Informationsfluss, mystischen und transzendenten Erfahrungen in Verbindung. Es wurden auch Verschmelzungserlebnisse, das Gefühl universellen Wissens und Verlust des Ich-Gefühls beobachtet. Derzeit werden vor allem Gammawellen im Frequenzband um 40 Hz im Zusammenhang mit fokussierter Meditation erforscht. Dabei ist ein besonderes Kennzeichen die Synchronisation der Gammawellen über weite Bereiche des Gehirns.


Diese Beschreibung führte mich dann zu dem Schluss, dass erst Gamma die Vollendung brachte, die Zusammenfassung aller Geschehen zu einem schöpferischen „ICH WEISS!“ – dem Zustand, dem auch Einstein in seiner Faszination erlegen sein musste, als er im Traum die Relativitätstheorie entdeckte.


Diesen Zustand können wir regelmäßig über den zu Anfang aufgezeigten Weg erreichen.



© Jonathan.Academy, 2020


Fortsetzung - Teil 18


Anhang: * Quelle: Homepage https://hirnwellen-und-bewusstsein.de/

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