6. Alles Lernen beginnt mit einer Frage - oder wie Supra-Lernen gelingt

Aktualisiert: Jan 24


Theta-Learning - Supra-Lernen im Zen-Modus - Teil 6


von Stefan Sohst und Günter Lau




Es ist gar nicht so trivial, wie es auf den ersten Blick scheint. Denn oft ist es nicht so klar zu erkennen. Aber, egal wie versteckt es auch sein mag, vor jedem Lernschritt, auch unbewussten, steht direkt oder indirekt eine Frage? Wenn wir z.B. neue Tätigkeiten lernen, beginnen wir regelmäßig mit der Frage „Wie geht das?“ und bei Wissensfragen mit einem ganzen Fragenkatalog, der sich meist subsumieren lässt auf die Frage „Was bedeutet das?“.


Wir erkennen: Wirkliche Lern-Fragen beginnen mit „W“.


Eine der wichtigsten Fragen, die wir uns zu Anfang stellen mussten, war: „Wenn es Supra-Lernen (Theta-Learning) wirklich gibt, unter welchen Rahmenbedingungen gelingt es?“. Und die erste wichtige Voraussetzung kennen wir jetzt schon: Es braucht eine - möglichst wichtige - Frage.

Nur wie geht es damit weiter und ist unser Gehirn und der davon orchestrierte Verstand wirklich die Hilfe, die wir bisher angenommen haben?


DAS UNIVERSUM - Unendliche Weiten - Unbekannte Welten. Kommt das irgendwie bekannt vor? Auch unser Gehirn ist für die meisten von uns wie ein unerforschtes Universum. Ganze “Galaxien” von Gehirnteilen und -regionen, die erforscht werden wollen. Und dann nimmt es auch noch unterschiedliche Zustände an: Beta, Alpha, Theta, Delta, Gamma - klingt fast wie atomare Strahlung (Schwingungen mit sehr hohen Frequenzen).


Tatsächlich hat das wirklich etwas mit Schwingungszuständen zu tun, aber sehr niedrigen Frequenzen im langwelligen Infra-Herz-Bereich. In jedem dieser Schwingungszustände arbeitet unser Gehirn unterschiedlich. Und der Theta-Zustand ist der entscheidende für das supraschnelle Lernen - Thetawellen bilden sozusagen die Trägerwellen für die im Universum in den Quanten-Strukturen gespeicherten Informationen. Eine unglaubliche Erkenntnis - einfach daher gesagt - aber unsagbar wichtig.

Nehmen wir einfach einmal an, du willst ein Seminar besuchen. Dann hast du dich, vielleicht sogar in Hetze, von deiner Arbeit aus auf den Weg gemacht und kommst jetzt ziemlich unentspannt und dennoch irgendwie auch merkwürdig konzentriert im Gruppenraum an. Dann befindest du dich mit höchster Wahrscheinlichkeit im sogenannten Beta Zustand .


Dein Gehirn ist in diesem Zustand zwar aufmerksam und sehr wachsam, aber eher bereit, dem Säbelzahntiger zu entfliehen als zu lernen. Kommt nun noch Ängstlichkeit hinzu, weil du nicht weißt, was auf dich zukommt, oder Panik, weil du mal wieder zu spät kommst, dann ist die Lernfähigkeit stark herabgesetzt bis gar nicht mehr vorhanden und die Merkfähigkeit rutscht gleich ganz in den Keller. Jetzt weißt du vielleicht, warum du in der Schule so mühsam gelernt hast, bei all der Ablenkung und dem Notenstress.

Aber das ist noch längst nicht alles. Alle um Dich herum befinden sich in unterschiedlichen Gemütszuständen und unterschiedlichen Vorstellungen von Lernen - selten in einem Zustand, der ein natürliches Lernen überhaupt ermöglicht. Vor allem aber befinden sie sich nicht im Gehirnwellenzustand Theta, der ein Hochgeschwindigkeitslernen überhaupt erst zulässt, sondern regelmäßig im Alltagszustand Beta, der einem „normalen“ Aktivzustand entspricht.


Rasch merkst du, dass du erst einmal entspannen solltest - "ankommen“ nennen das die Meisten. Gute Seminarleiter wissen das und sind entsprechend vorbereitet. Sie nutzen dafür Rituale und bringen dich damit allmählich in einen sehr angenehmen, entspannten Zustand - den Alpha Zustand. In ihm kannst du aufmerksam zuhören, ohne viel an die Arbeit oder den rücksichtslosen Dummkopf zu denken, der dich vorhin beim Autofahren geschnitten hat. Und du kannst auch einigermaßen gut lernen und behalten. Wenn das Thema spannend und der Seminarleiter dich begeistert, dann lauschst Du absolut konzentriert. Wie wunderbar, denkst du. Hat sich gelohnt, hierher zu kommen.


Tatsächlich ist Alpha heute der, sowohl allgemein als auch wissenschaftlich, als optimal beschriebene Zustand für das Lernen - auch für das Lernen unseres Körpers, z.B. durch Neurofeedback.


Aber Lernen im Theta Zustand ist wirklich ganz anders - und wesentlich effektiver. Manche durften schon einmal reinschnuppern in diesen Zustand, mit sogenannten Brain Machines oder bei einer Hypnose. Totale Entspannung und Frieden bis hin zur Glückseligkeit - und - in der Hypnose Erfahrenes bleibt haften, und sei es nur im Unterbewusstsein. Manchen gelingt das auch selbständig bei einer Meditation und wiederum andere kennen sogar schamanisches Reisen, bei dem besonders eingewiesene oder berufene Menschen diesen Zustand gezielt und intensiv für die Informationsbeschaffung nutzten. Wie gesagt, das ist uraltes Wissen, nur nicht allgemein bekannt und bewusst genutzt.


Außer, wenn wir träumen. Dann rutschen wir unbewusst, völlig unbefangen und ohne Angst in diesen Zustand - und erleben die wundersamsten Dinge. Oder wenn wir Abends mit einer brennenden Frage eingeschlafen sind, erwachen wir morgens regelmäßig mit einer genialen Antwort. Genau so funktioniert Theta-Learning. Eigentlich nichts Besonderes. Jeder kann es, mit ein bisschen Übung potenziell bewusst. Vielleicht willst du es jetzt auch, ganz sicher und leicht, sogar im Wachzustand können?

Der erforderliche Übergang in den Theta-Zustand mit einer Gruppe bedarf anfänglich noch mehr äußerer und innerer Bedingungen als bei einer Einzelperson. Dennoch verringert sich das auch nach ein wenig Training. Insbesondere wenn aus der Gruppe sogenannte Lernassistent*innen bestimmt werden. Sie sorgen für die notwendige Disziplin und die Einhaltung von Regeln( weiterer Artikel), die sich die Gruppe im Detail selbst vorgibt. Sie fördern dienend und unterstützend den für den Prozess so wichtigen Lernfluss.


Nach einer Weile bleiben nur ein paar unbedingt erforderliche Rituale und Regeln übrig, die aus Erfahrung strikt eingehalten werden. Phantastisch daran ist im Gegenzug, dass es sogar via elektronischer Medien in Cyberräumen auch mit weit entfernten Gruppenmitgliedern funktioniert.


Das Geniale ist, mit anderen Menschen in einer Gruppe kann das noch viel interessanter, inspirierender und effektiver sein und mit unglaublicher Freude und Begeisterung geschehen.


Theta - und die Welt um Dich herum versinkt