Lernsystem Laising - Leichtes Lernen durch Lernen wie man lernt

Aktualisiert: Jan 12


Laising ist eine Methode, um natürliches Lernen zu ermöglichen. Laising gibt es in Kärnten seit 2006, seit 2008 in österreichischen Regelschulen, um natürliches Lernen in die Regel-Schulen zu bringen und eine Alternative zur heute praktizierten Wissensvermittlung zu bieten. (1)


Laising ist ein offenes Lernsystem, das sich ausschließlich dem Lernen widmet und sich in alle Rahmen einpassen läßt. Anders als bei Mikhail Schetinin und seiner Tekos-Schule gibt es keine kulturellen Vorgaben oder einen spirituellen Rahmen wie in der Weinbergschule. Ausgehend davon, kann man Laising also in jedem Rahmen vorfinden. Bei Laising ist es also wichtig, ob mir das Lernsystem zusagt UND der von der jeweiligen Schule vorgegebene Rahmen.

Mikhail Schetinin und die Tekos-Schule haben uns zwei Dinge geschenkt. Sie haben uns im Jahr 2013, als wir auf die Schetinin Schule gestoßen sind, gezeigt, dass es auch bei uns möglich ist, eine „Schule“ im „natürlichen Sinne“ zu betreiben.


Und das zweite Geschenk war die „Schaubildarbeit“ für über zehnjährige Kinder. Unsere „Strukturbildarbeit“, welche ich im Jahr 2006 entwickelt habe, war auf Jugendliche in der Oberstufe und Erwachsene ausgerichtet. Erst durch die Schaubildarbeit von Schetinin war aber auf einmal klar, dass jede Altersstufe auf eigene Weise „natürlich lernt“. Aus dem Zusammenfügen der beiden Pionierarbeiten ist dann die vierteilige Schaubildarbeit entstanden, welche wir heute in den Lais-Lerngruppen verwenden.


Die russisch kulturellen Aspekte der Schetininschule konnten wir natürlich nicht übernehmen.

Sehr wohl haben wir aber sehr viel daraus gelernt und genau erforscht, warum in der Schetinin-Schule die Dinge so gemacht werden, wie sie eben gemacht werden. Und so wurde mir ganz klar, dass Laising sich rein auf die natürlichen Bedürfnisse ausrichten sollte, einfach damit Laising überall verwendet werden kann, egal in welcher Region der Welt.“

<Dieter Graf-Neureiter>

Laising orientiert sich an den beiden wichtigen Formen des mensch-immanenten Lernens: dem Natürlichen und dem Nativen Lernen. Der Name Lais bzw. Laising geht auf das Gotische zurück, wobei Lais „ich weiß“, bzw. „ich habe nachgespürt“ oder “eine Spur verfolgen” bedeutet und damit die Wurzel des Wortes Lernen bildet.


  • Gut zu beobachten ist die Form des „Natürlichen Lernens“ bei Kleinkindern, welche durch ständiges Ausprobieren in ihrer natürlichen Umwelt lernen und das Erlernte auch begeistert weitergeben. Forschungen an Primaten zeigen zudem, dass das gemeinschaftliche Lernen und Weitergeben ein wichtiger Schritt zum Erfolg des Menschen als Spezies war.

  • Die zweite Form, das „Native Lernen“, ist das Lernen von Mensch zu Mensch, am Besten durch Meister, Experten und "Native". Rudimentär bereits in der ersten Form angelegt, kommt es beim Lernen durch unmittelbares Lernen von Vorbildern zum vollen Ausdruck.


In der Praxis bedeutet Laising Unterricht in kleinen Lerngruppen von 6-8 Schülern, die von Lernbegleitern organisisert werden. Der wichtigste Unterschied zu konventionellen Lernformen ist das eigenständige Lernen in Gruppen, die regelmäßig altersübergreifend sind. In diesen lernen Kinder selbstständig und voneinander.

Oft werden Schaubilder erstellt, die im Prozess des Lernens entstehen und all das abbbilden, was eine Gruppe zu einem Thema erarbeitet hat. Diese Inhalte der Schaubilder werden dann an andere Lerngruppen weitergegeben, meist verpackt in eine emotional verankernde Erzählung, und können von dieser Gruppe weiterentwickelt werden. So entsteht eine kindgerechte Lernbibliotek, die in der modernen Form per Video festgehalten wird.

Kinder und Jugendliche erwerben beim Laising auch zusätzliche soziale Kompetenzen durch Mitverantwortung in der Organisation und Gestaltung des Schulalltags, etwa auch bei der Reinigung, dem Bauen, Gärtnern und Kochen.

Dieter Graf-Neureiter sagt dazu: “Als Kleinkind verfügen wir über eine geniale Fähigkeit, die Fähigkeit ganz natürlich zu lernen und zu leben. So wundern wir uns, wenn unsere Kinder alle 196 Pokemon Karten auswendig kennen und wissen oder ganze Filme Wort für Wort nachsprechen. All dies ist möglich, weil Kinder ganz natürlich und ursprünglich lernen.


Laising aktiviert und entwickelt zwei grundlegend im Menschen angelegte Möglichkeiten des Lernens und Lebens: das natürliche Erforschen, Lernen und Entwickeln und das native Lernen von Mensch zu Mensch. Beide Möglichkeiten des Lernens sind wesentlich für die Entwicklung und das Reifen des Kindes, aber natürlich auch für den erwachsenen Menschen (…) vor allem aber schafft Laising, was wir uns so sehr wünschen: fasziniert und begeisternd lernende, glückliche Kinder. (…)


Laising ist nun die Möglichkeit, welche uns dieses “natürlich ursprüngliche” Lernen (s. weiteren Artikel) erhält bzw. wieder beibringt, oder anders gesagt, die uns an das natürliche, ursprüngliche Lernen erinnern lässt. Raum geben, nachforschen und nachspüren und gelebte Ganzheit sind die wesentlichen Faktoren des “natürlichen ursprünglichen Lernens”. (…)

Das native Lernen von Mensch zu Mensch, die zweite im Menschen angelegte “Lernfähigkeit”, lässt das Kind sein alltägliches menschliches Umfeld voller Staunen erkunden. Das Kind entwickelt dieses unbedingte “vom Menschen wissen Wollen”, hört dem Menschen intensiv zu und lernt dabei nicht nur leicht und fasziniert, sondern auch ungemein schnell. Sehr gut zu beobachten ist diese Fähigkeit des Lernens bei Kleinkindern beim Erlernen der Muttersprache von seiner Mutter (oder einer Zweitsprache in deren Ursprungsland)” (2).


Auch das soziale Lernen wird am Besten am Vorbild gelernt. Deswegen werden die Lerngruppen regelmäßig altersgemischt zusammengestellt. Dabei wird immer eine Entwicklungsstufe übersprungen, weil die nächste Entwicklungsstufe noch zu nahe an der vorherigen liegt und der Respekt vor dem Älteren deswegen nicht sicher ausgebildet ist,


In der Lais-Schule wird davon ausgegangen, dass jeder Mensch Wissen in sich trägt und von Natur aus voller Neugierde seinen Interessen nachgeht, forscht und lernt. Auch Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die das derzeitige Regelschulsystem bereits durchlaufen haben, können natürliches Lernen wieder entdecken und anwenden. Bei Lais steht der Mensch im Mittelpunkt – Methoden und pädagogische Konzepte sehen wir als hilfreiche Unterstützung. Der Mensch wird ganzheitlich – mit Körper, Geist und Seele – und in seiner Einzigartigkeit wahrgenommen, angenommen und begleitet.

Vor allem ist die Verbindung von Beziehung, Raum und Struktur für das Lernen wichtig. Oft scheinen uns Beziehung, Raum und Struktur nicht vereinbar. Doch genau darum geht es, diese zu vereinen. Struktur steht hier für eine natürliche Gesetzlichkeit, die allgegenwärtig ist. Sie fällt uns erst auf, wenn wir näher hinsehen. Dann erkennen wir, dass vieles nach gleichmäßigen Zyklen abläuft oder vieles nach gleichen Gesetzmäßigkeiten wächst. Dies gilt auch für das heranwachsende Kind. Beobachtet man Kinder beim Lernen, sind die Strukturen gut erkennbar.


Wird diese Struktur mit Beziehung erfüllt, einer Beziehung, die nicht hierarchisch, sondern natürlich respektvoll ist, entsteht dieser Raum für „natürliches Lernen“ (Anmerkung: Beziehung ist im weitesten Sinne auch der Bezug zu Sitten und Gebräuchen sowie Kultur und Spiritualität/Religiosität).


Jedes Kind, jeder Jugendliche, jeder Erwachsene erhält in den Räumlichkeiten seinen eigenen Start- und Rückzugsbereich, der von allen respektiert wird. Ein großer Teil der Raum-Inhalte sowie des Raum-Designs werden gemeinsam von Kindern, Jugen