Lernsystem JONATHAN - superleicht und total entspannt mit Theta-Learning und Lernasssistent*innen

Aktualisiert: Aug 20


Corona, eine kurz- und langfristige Chance für das Schulsystem (Konzept)







Der derzeitige Wissensstand über Corona lässt erwarten, dass die Krise weiter anhält, vermutlich noch über einen längeren Zeitraum. Bezogen auf das Schulsystem zeigt sie uns bis vor kurzem noch tolerierbare offene Punkte, die auf kurz- und langfristige Wirkung überprüft und neu gestaltet werden müssen. Um auch für zukünftige Krisen gewappnet zu sein, muss das Schulsystem grundsätzlich offener, flexibler und auch elektronischer werden als bisher.

Wie kann das gelingen? Jetzt ist die Zeit, die Notwendigkeit und die Chance, das grundsätzlich neu zu denken. Nur wenn wir uns zu durchgreifenden Neuerungen durchringen, wie beim Umweltschutz geplant, und nicht denken, in den vorherigen, ohnehin latent kritischen Normalzustand zurückkehren zu können, wird eine tragfähige Lösung möglich sein. 

Jetzt ist in die Zukunft gerichtetes Planen angesagt und dabei über den Tellerrand schauen. Alles muss auf den Prüfstand. Dazu gehört auch, eine Veränderung des Schulgesetzes in Betracht zu ziehen. Dies gilt vor allem in Richtung einer Öffnung für neue Beschulungsformen und eine größere Toleranz für diese. Insbesondere gilt es, ein individuelles Homeschooling zu regeln, wie es von immer größeren Bevölkerungsteilen gefordert und in Krisenzeiten wie diesen ohnehin erzwungen wird. 

Die Einführung von Lernassistent/innen - ein richtungsweisendes Konzept

Eine Änderung des Schulgesetzes ist aber nicht Gegenstand dieser Ausarbeitung. Sie vertieft stattdessen eine Chance, mit dem bestehenden System einen Übergang in einen anpassungsfähigeren Zustand zu schaffen: Durch die Einführung und Eingliederung von Lernassistent/innen für Kleingruppen als puffernde Ebene, auch für ein zeitweiliges Homeschooling. 


Potenzieller Veränderungsbedarf 


Sicher ist der Veränderungsbedarf unterschiedlich nach Land oder gar einzelner Schule. In Anbetracht der Corona Krise und potenzieller zukünftiger gleichartiger Krisen sind aber, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, folgende wesentliche Fragen zu stellen und tragfähig zu beantworten :

  • Inwieweit passen derzeitige Lehr- und Lernstile zu zeitweiligen, wiederholtem oder anhaltendem oder gar dauerhaftem Online- oder anderweitig elektronisch geregeltem Homeschooling und welche Notwendigkeiten zu Veränderung existieren?

  • Wie kann die von den Schüler/innen gewollte Lehrer-Präsenz geschaffen und die notwendige Betreuung ohne Überlastung der Eltern sichergestellt werden? 

  • Wie relevant ist das partiell fehlende Equipment und die dafür notwendige Ausbildung und gibt es ergänzende Alternativen, insbesondere für Schüler/innen in kritischer Umgebung oder besonderem Stabilisierungsbedarf?

  • Wie muss die Bildung, der Lernstoff (Stichwort: Kernkompetenzen) und die Hausaufgaben-Gestaltung sowie die Überprüfung des Lernerfolgs an ein zeitweiliges oder gar anhaltendes Homeschooling angepasst werden? 

  • Wie können die Schüler/innen auf eine weitgehend eigenständige Erarbeitung von Lerninhalten vorbereitet bzw. darin begleitet werden - einer essenziellen Voraussetzung, auch für Studium und Beruf?

  • Wie können große Klassenverbände in existierenden Schulen vermieden werden, um das erhebliche Risiko von weiteren Virusausbrüchen zu mindern, das insbesondere durch unerkannte, potenziell häufige Verschleppung durch symptomfreie Kinder besteht?

  • Wie kann eine notwendige Ausdünnung in kleinere Lernverbände bei begrenztem Stamm-Lehrpersonal, das wegen Zugehörigkeit zu Risikogruppen noch dazu nur reduziert verfügbar ist, dennoch erreicht werden?

Die Chancen


Moderne experimentelle Lernsysteme sind bereits so weit entwickelt und getestet, dass sie in die gegebene Schullandschaft und das krisenbedingte Homeschooling-Szenario mit relativ wenig Aufwand und Vorbereitung eingepasst werden können. Ein zentrales Element dafür sind die sogenannten Lernassistent/innen. 


Lernassistent/innen übernehmen die Rolle der bisherigen Hausaufgabenbetreuer/innen, allerdings um einige Fähigkeiten und Aufgaben erweitert. So übernehmen sie generell kleine, isolierte Lerngruppen und begleiten sie im selbstständigen Lernen, zu dem sie anleiten. Dafür können sie mit minimalem Aufwand geschult werden, sofern sie bestimmte persönliche, weniger inhaltliche Voraussetzungen mitbringen. Wenn erforderlich nehmen sie inhaltlich Rückgriff auf das Stamm-Lehrpersonal und bilden damit eine wichtige, neue Brücke zwischen Lernenden und Lehrenden. 


Die Erweiterung des Schulsystems um die Lernassistent/innen gibt praktisch für alle o.g. Fragen brauchbare Antworten:

  • Sie betreuen und begleiten kleine, wünschenswerterweise potenziell altersgemischte, integrative Gruppen von sechs bis maximal acht Schüler/innen im selbständigen Lernen.

  • Die erforderliche und gewünschte persönliche Betreuung kann gewährleistet und der natürliche Lernwille gefördert werden. Damit werden Lernfreude und Lernerfolg stabil gesichert.

  • Eigenständiges Lernen wird mittels Anleitung durch die Lernassistent/innen geföördert und sukzessive aufgebaut. Dafür wird in der Regel weniger als ein halbes Jahr benötigt, weil die Fähigkeit zum selbständigen Lernen natürlich angelegt ist und die neue Situation rasch adaptieren lässt. Individuelle Schwächen können durch gegenseitige Hilfe kompensiert werden. Das stärkt die schwachen und die starken Schüler und das Sozialverhalten.

  • Der Lernstoff wird auf die notwendige Allgemeinbildung und Kernkompetenzen und insbesondere den praktischen Bezug, auch zur späteren Tätigkeit, ausgerichtet. Wissenschaftliches Arbeiten wird auf nachfolgende Lehranstalten verwiesen, in denen das Lerngruppen-Prinzip ebenso eingeführt werden kann, sowie ein Fernstudium, wie heute bereits vielfältig praktiziert. 

  • Um die Lernfreude als primäres Element zu erhalten, entscheidet die Lerngruppe weitgehend selbständig darüber, wann sie welches Fach/Thema bearbeitet. Das Lerntempo wird durch die Gruppe gesteuert. Aufgabe der Lernassistenten/innen ist es, sie im gewählten Fach/Thema zu halten, bis es ausreichend gelernt und vertieft wurde. Dabei helfen sie, das benötigte Lernmaterial zu beschaffen und assistieren der Lerngruppe dergestalt, dass der Lernfluss möglichst nicht unterbrochen wird und sie mit Unterstützung der LA auf alle verfügbaren Quellen zurückgreifen können.

  • Zugleich sorgen sie dafür, dass erforderliche Lerninhalte überprüfbar gelernt werden. Die sogenannte Externistenprüfung, inkl. Abiturprüfung, durch Fachpersonal wird zur Norm und gruppenweise sowie zeitlich, örtlich und fachlich entzerrt angeboten.

  • Nach einem einjährigen Durchlauf können ältere Schüler/innen mit der Übergabe des erarbeiten Wissens und in der Anleitung der nachfolgenden Schüler/innen selbst zeitweilig die Lernassistenz in einzelnen Fächern freiwillig übernehmen und dabei ihr Wissen vertiefen und festigen - das unbeliebte und ineffektive sogenannte Bulemielernen wird dadurch Vergangenheit und der Bedarf an erwachsenen Lernassistent/innen reduziert. 

  • Als bewährtes zentrales Lernelement wird das Flipchart physisch und elektronisch eingeführt. Das gemeinsam in der Gruppe erarbeitete Wissen wird in Themenblättern zusammengefasst und und gleichzeitig emotional verankert. 

  • Mit der Weitergabe der elektronischen Form an andere Gruppen während einer Videoschaltung wird das Wissen rasch und umfassend verbreitet und kann vertieft und gesammelt werden. Die Videos dienen später nachfolgenden Gruppen als Basis für ihr Lernen. Auf diese Weise entsteht eine kindgerechte Lernbibliothek, auf die zugegriffen werden kann, wenn vertieft gelernt werden soll. Es entsteht quasi ein ausbaufähiges Tiefenwissen. 

  • Für Prüfungen können daraus leicht prüfungsrelevante Zusammenfassungen abgeleitet werden, die mit dem Hintergrund von tiefem Wissen gut erinnerlich bleiben (Allgemeinwissen). 

  • Psychologisch wichtige soziale Nähe kann riskiert werden. Die kleinen isolierten Gruppen sind gesundheitlich gut kontrollierbar und bilden eine deutlich reduzierte Gefahr für einen Virenausbruch und damit eine vollständige Schließung von Klassen oder gar Schulen. Sie begrenzt sich in Einzelfällen auf die Gruppe und eine 14-tägige Quarantäne bei potenziell vollständiger Durchseuchung und damit geringfügiger, gemeinsamer Ausfalldauer. 

  • Kleinere Räume für kleinere Lernverbände sind potenziell leichter zu generieren, gegebenenfalls durch Halbierung der Klassenräume oder Zwischenmietung von geschlossenen Einrichtungen und Firmen wie Restaurants, Cafés und Imbissen bzw. sogar in Elternhäusern. Damit kann das Schutzbedürfnis optimal bedient werden. 

Die dadurch freiwerdenden Kapazitäten im Stamm-Lehrpersonal können entweder eigene Gruppen anleiten und begleiten oder auf andere hochwertige Aufgaben verteilt werden:

  • Sie leiten Kleingruppen an, die spezielle Voraussetzungen erfordern wie Musik und Kunst über einen längeren, sinnvollen Zeitraum bis Jahres-Lernziele stabil erreicht sind. Dann übernehmen sie die nächste Kleingruppe aus den oben genannten Gruppen. 

  • Der Unterricht nicht integrationsfähiger Kinder, auch solcher, die zu einer Risikogruppe gehören, kann in Kleingruppen potenziell ohne Einschränkung weitergeführt werden. Es sind lediglich Personalwechsel zu vermeiden. Solche isolierten Gruppen können gegebenenfalls auch von Lehrern aus der Risikogruppe über längere Zeiträume angeleitet werden. 

  • Unterrichtsinhalte, wie Sport, die regelmäßig größere Gruppen und speziell qualifiziertes Lehrpersonal erfordern, sind, sofern sie nicht z.T. in Kleingruppen (Fördergruppen) gelehrt werden können, potenziell allerdings erst nach Durchseuchung bzw. Impfung möglich. 

  • Nach eigener Weiterbildung in Lernassistenz bilden sie als Multiplikatoren Lernassistent/innen aus und beraten diese in der Praxis im Umgang mit den Kindern. 

  • Sie sorgen durch Gruppen-Besuche für die Einhaltung von Leitgedanken und -linien, beobachten den Fortschritt des Lernens anhand der Weitergabe an andere Gruppen und der entstandenen Videos (stressfreie Lernerfolgskontrolle und -korrektur) und benennen notwendige Vertiefung/Unterstützung.

  • Sie übernehmen auch die Supervision der Lernassistent/innen und organisieren deren Erfahrungsaustausch.

  • Sie bieten ganzjährig gruppenweise sogenannte Externistenprüfungen an, die damit entzerrt und fachbezogen durchgeführt werden können, sobald die Gruppe ihr Lernziel in einem Lernfach erreicht hat. Mehrfache Wiederholungen einzelner Fachprüfungen sind erlaubt, sofern erforderlich. Lernstufen-Wiederholungen entfallen dadurch. 

Bei einer derartigen Vorgehensweise hat sich im praktischen Experiment gezeigt, dass Kinder ab der 5. Klasse gemeinsam im altersübergreifenden Verbund alle Themen bis zur Abiturstufe in weit kürzerer Zeit als bisher erlernen können (Beispiele: Schetinin-Schule, Lais-Schule, Weinbergschule und ansatzweise auch Montessori-Schulen). Jüngere Kinder können mit Lernassistent/innen oder älteren Schüler/innen ebenfalls raschere Fortschritte im Wissen und Können und auch auf sozialer Ebene erreichen, wenn sie altersübergreifend in Kleingruppen lernen. 


Die inhaltlichen Voraussetzungen für Lernassistent/innen sind wesentlich niedriger als für Stamm-Lehrer, da sie die Kinder ausschließlich beim selbstständigen Lernen begleiten und im Einzelfall Rückgriff auf die Stamm-/Fachlehrer bzw. das Internet, später auf einen entstehenden Videofundus, nehmen können. Als persönliche Voraussetzungen zu sehen sind im Wesentlichen gefestigte Persönlichkeit, Liebe zu Kindern, liebevoller und zugleich klarer Umgang, Güte, Verständnis und Hinwendung, auch an die Aufgabe. Damit steht ein wesentlich größeres Reservoir an Personal bis hin zu engagierten Eltern, Großeltern und älteren Schülern zur Verfügung. 


Weitere Vorteile 

Für alle Beteiligten hat das in der Praxis noch andere Vorteile: 

  • Es entsteht eine personelle Entlastung der Schulen in Bezug auf Stamm-Lehrer und ein weitgehender Wegfall der Betreuungsstunden bzw. mehr Möglichkeiten bei der Organisation von Notbetreuung. Auch dem bisherigen erweiterten häuslichen Betreuungsdruck, eventuell durch im Prinzip nicht sinnvoll einsetzbare Risikogruppen wie Großeltern, kann begegnet werden. 

  • Der Aufwand des klassischen Lehrpersonals reduziert sich und kann auf die Ausbildung, Förderung und Betreuung der Lernassistent/innen ausgerichtet werden. 

  • Parallel können andere, fachlich spezialisierte Lehrer/innen für Lerngruppen in speziellen Fächern oder mit Schüler/innen mit besonderem Förderbedarf gezielt,  sinngerecht und konzentriert eingesetzt werden. 

  • Zugleich kann unter diesen Voraussetzungen die Lehrerausbildung und -karriere neu und vielfältiger gestaltet werden, wenn ein praktisches Pflichtjahr als Lernassistent/innen integraler Bestandteil wird und die Ausrichtung als Lehrer/innen klar umrissene neue (o.g.) Arbeitsfelder erhält. 

  • Das bisherige Betreungspersonal, das ohnehin in der Hausaufgabenbetreuung versiert ist, kann weitergebildet und aufgewertet eingesetzt werden. 

  • Die Bildung einer Reserve von Lernassistent/innen für Krisenzeiten ist bereits nach dem ersten Jahresdurchlauf möglich und zukünftig leicht rekrutierbar aus Personen mit Ausgangsbeschränkung.

  • Die zu erwartende Steigerung der Personalkosten kann begrenzt werden, da das notwendige Personal nicht durch hochwertige und nicht verfügbare Fachkräften aufgestockt werden muss, sondern gegebenenfalls sogar mit Freiwilligen aufgefüllt werden kann. 

  • Beruflich Ausgangsbeschränkte können Mindereinkommen mit der Übernahme von Lernassistenzen (Reserve-Lernassistent/innen) ausgleichen. 

  • Es entsteht größere Lernfreude, größerer stabiler Lernerfolg und höhere Selbständigkeit bei den Schülern sowie eine stressfreie Lernerfolgskontrolle.

  • Auch das Sozialverhalten kann insbesondere durch altersgemischte Kleingruppen verbessert werden. Dem dient zudem, dass Lernassistent/innen für Zuwendung mehr Zeit aufwenden können.

  • Das Konzept ermöglicht den Übergang in ein weitestgehend flexibles Kurssystem. Es kann sehr gut nach Neigung und Eignung differenzieren, ziel- und praxisgerechte Schulabschlüsse mit individuell und fachbezogen unterschiedlichem Niveau realisieren und erlaubt eine jeweils angepasste Schulzeit.

  • Es erlaubt die Integration in einen CoLearnig-Space und damit die Teilhabe am Modell CoGrowing-Landschaft.

All dies ist nur in soweit Neuland, dass nun in großem Maßstab umzusetzen ist, was im kleinen Maßstab bereits funktioniert. Es bestehen nur insofern noch Unbekannte in der allgemeinen Umsetzung und Organisation, wie z.B. Lokalisierung der Gruppen und Organisation des umfassenderen Zusammenlebens von Lerngruppen und -assistent/innen sowie der Versorgung mit Essen und Lernmaterial. Das sind aber lösbare, mehr oder minder nur organisatorische bzw. logistische Fragen, wie sie in den früheren sogenannten Zwergschulen auf dem Land auch organisiert werden konnten. 

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