Lernsystem Weinbergschule - Befreites Lernen

Aktualisiert: Jan 12


Neben den Montessori- und Waldorf-Schulen ist die Weinbergschule die wohl am weitesten fortgeschrittene Schule mit natürlichem Lernansatz im deutsch-sprachigen Raum. Als alternative Privatschule, die alle Schulstufen der Pflichtschule beinhaltet, nutzt die Weinbergschule seit 2006 ein breitgefächerte Lernumfeld, welches der 35 ha große Zachhiesenhof als BIO Archehof nahe Salzburg bietet.


Sie ist als sogenannte Privatschule mit Öffentlichkeitsrecht organisiert und arbeitet unter einem streng religiösen Schirm, der als weitgehend christlich aber auch esoterisch zu bezeichnen ist. Die Schüler leben, z.T. mit ihren Eltern, im nahen Umfeld der Schule, die wie ein Internat geführt ist.


Das Konzept folgt in der Primarstufe weitgehend dem Montessori-Ansatz und ab der Sekundarstufe praktisch dem Schetinin-Ansatz. Die Weinbergschule besitzt zudem eine eigene Bibliothek mit Schaubildern für alle wesentlichen Fächer und eine Akademie, an der die sogenannten Schaubildbegleiter und Weinbergpädagogen ausgebildet werden. Ziel ist auch, ein Netzwerk von gleichartig geführten Schulen zu errichten.


Das Konzept erweitert sich durch das enge soziale Zusammenleben auf Schule, Hof und in den umliegenden Häusern. Die Kinder und Jugendlichen stehen damit nicht nur vor der Herausforderung, durch eigene Motivation weitgehend selbstbestimmt für ihren Lebensweg notwendige Fähigkeiten und Wissen zu erwerben. Sondern Lernen geschieht – wo immer nur möglich – im praktischen Tun und in realen Situationen:

„Das Leben ist die Schule. Deshalb kann der eigentliche Unterricht nicht in Unterrichtsstunden oder Unterrichtstagen gemessen werden. Wissensvermittlung und Lernen finden immer statt.


Wir betrachten (dabei) den Menschen, der zu uns kommt, genau und begleiten ihn individuell bei der Findung der eigenen Stärken und Visionen für die Zukunft. Wir nehmen die persönlichen Belange unserer Schüler ernst. Im Laufe der Schulzeit und des persönlichen Wachstums werden so die Schüler immer mehr Verantwortung in den verschiedensten Bereichen des Schulgeschehens und gemeinschaftlichen Zusammenlebens übernehmen.


Befreites Lernen ist nur möglich, wenn man STRESSFREI durch den Alltag gehen kann! Das ist auch die Grundlage für Glück und ein erfülltes Leben und Sein! Das bedeutet: Frieden in dir anstreben, schaffen und dauerhaft leben.

Das zentrale Thema des Befreiten Lernens ist das Lernen und Verstehen von Zusammenhängen. Unser Ziel ist nicht nur das Wissen. Es handelt sich nicht um ein endloses Drillen und Auswendiglernen oder das „Füttern“ mit Informationen. Es geht vielmehr um das Heranwachsenlassen eines Menschen, der ein harmonisches Leben führt und in Harmonie mit der Gesellschaft handelt – ein Mensch, der die Zusammenhänge spüren kann, wenn er die ihn umgebenden Phänomene des Lebens sieht und analysiert – ein Mensch, der die Welt als ein Ganzes wahrnehmen kann.

Und ganz egal, welchen Beruf er ergreift – ob Techniker, Physiker, Chemiker, Baumeister, Lehrer etc. – er wird verstehen, dass er in eine ganzheitliche, vollkommene und vereinte Welt hinausgeht. Um das zu können, braucht er noch eine wesentliche Zutat: Er braucht Halt – in sich! Wie erreicht er das?

Für die Weinbergschule lautet die Antwort: Indem er Tugenden entwickelt. Beginnt er dies als Erwachsener, so ist dies durch bewusste Herzensbildung möglich. Kann er dies als Kleinkind beginnen, dann entwickeln sich diese Werte, im vorbildlichen Leben mit anderen, wie von selbst. Er will diese Tugenden, fordert diese Tugenden, will lernen und frei sein und der Menschheit dienen.

Diese Tugenden bezeichnen wir in der Weinbergschule als Phasen. Diese können nicht durchlaufen werden, sondern sie MÜSSEN durchlaufen werden, denn ohne diese entwickelten Tugenden, die den Menschen aus dem Schneckenhaus befreien, funktioniert diese Wissensosmose nicht. Es ist nicht möglich am „Himmel“ des Ganzen teilzuhaben, wenn man nicht ein Teil, ein friedvoller Teil, dieses Ganzen, der Schöpfung, ist.


Als weitere Voraussetzung für die Wissensosmose wird beim Lernen großes Augenmerk darauf gelegt, Zusammenhänge zwischen Lern- und Lebensbereichen herzustellen und diese verstehen zu lernen. Schenkt man diesen von Natur aus gegebenen Zusammenhängen Beachtung, so ergeben diese für das Lernen eine ganz bestimmte Abfolge der Lernbereiche.

Durch die Leichtigkeit, mit der sich Aufgaben gemeinsam lösen lassen, verschwindet das ursprüngliche Schüler- und Lehrerverhältnis. Wissen, um das es geht, wird wie von selbst aufgenommen. Sehr wichtig ist dabei, dass in den Lehrern niemals der Gedanke aufkommen darf, dass die Schüler ohne Wissen wären. Gehen wir nämlich davon aus, dann ist eine nachhaltige Wissensaufnahme unmöglich." (1)

Das Lernsystem der Weinbergschule musste also folgende zentrale Fragen beantworten:

  1. Wie kann man nachhaltige Wissensaufnahme erreichen?

  2. Wie gelingt es, Zusammenhänge zwischen Lern- und Lebensbereichen herzustellen?

  3. Wie werden das Kind, der Jugendliche und der Erwachsene ein Teil eines solchen Lernens?

Im Laufe der Entwicklung des Lernsystems wurden die Rahmenbedingungen und Bereiche gefunden, die es dabei zu beachten galt:

Nachhaltiges Wissen

  • Talente und Begabungen leben

  • Gehirngerechtes Lernen

  • Bilder mit Emotionen verknüpfen

  • Wissen weitervermitteln

  • Schüler werden zu Lehrern

  • Kompetenzorientiertes Lernen

Gruppenarbeit

  • Dynamisches, freudvolles Lernen

  • Team- & Kommunik