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Leben und WIRken mit Leitlinien


Auszug aus "WIRken statt Arbeiten" - Teil 2.1.

von Günter Chetano Lau


Leitgedanken und -linien sind in der Praxis grundsätzlich zu unterscheiden von Zielen und Challenges sowie von gesetzlichen und verwaltungstechnischen Vorgaben. Ihre notwendige Internalisierung (nicht nur bloßes Lippenbekenntnis) kann individuell unterschiedlich viel Zeit in Anspruch nehmen und ist gegebenenfalls durch Ausbildung zu fördern. Auch das Thema "Führung" wird in diesem Zusammenhang relevant.


„Nur der, der sich selbst Leitlinien gibt, kann sich auch an sie gebunden fühlen.“ <frei nach Jean-Jaques Rousseau)


Eine wesentliche Möglichkeit zur Internalisierung der Leitlinien bietet der in Mathetik Teil 3 – Das ARCHE 2 Projekt“ beschriebene ARCHE Prozess.


Aus den generellen und spezialisierten Leitlinien (Abschnitte I – XIV) sind 5 bis max. 10 wichtige Leitlinien für das jeweilige Projekt – nach Priorität und Gewichtung – herauszufiltern.


Dazu bieten sich drei Lösungen an:

  • Generelle Lösung A: Alle Leitgedanken umgewandelt in Leitlinien

  • Spezialisierte Lösung B: Ausgewählte Leitlinien aus den Abschnitten I - XIV angepasst an das Projekt

  • Demokratisch ausgewählte Lösung C: Per ABC-Priorisierung von allen Betroffenen aus den Abschnitten I – XIV ausgewählte Leitlinien.

Die Anzahl an Leitlinien für den jeweiligen Tätigkeitsbereich oder das Teilprojekt könnten themenbezogen anders priorisiert werden.


Diese Vorgaben sind erforderlich, weil Mensch nur eine begrenzte Anzahl von Leitlinien verinnerlichen und umsetzten kann. Daher gilt als grundsätzliche Vorgehensweise: So wenig wie möglich und so viel wie nötig.


Potenziell könnte (sollte?) für die Weiterentwicklung und Priorisierung der Leitlinien für den jeweiligen Tätigkeitsbereich oder das Teilprojekt in der Praxis ein Leitlinien-Beauftragter (Nebentätigkeit?) installiert werden.


Für die Einführung der gewählten Leitlinien sind wiederum drei Vorgehensweisen denkbar:

Selbstverpflichtung A (generalisiert)

Ich gehe ausschließlich aus innerer Überzeugung gegenüber mir selbst, meinen Mitmenschen, meiner Gemeinschaft, meinem Planeten, dem Projekt und meinem Unternehmen folgende Selbstverpflichtung ein:

  1. Ich übernehme Verantwortung für meinen Anteil am Weltgeschehen.

  2. Ich achte die Werte anderer, ohne meine eigenen aufzugeben.

  3. Für mich als Mensch gilt ein Ehrenkodex eines ethischen Verhaltens.

  4. Mensch sein und menschliches Verhalten sind für mich eine Einheit.

  5. Fortwährendes Lernen und die freiwillige, begeisterte Übergabe meines Wissens mir ein inneres Bedürfnis sind und handele entsprechend.

  6. Ich wirke mit den anderen in einem gemeinsamen WIR-Feld.

  7. Ich beachte, dass nur der Erfolg aller uns gemeinsam zum optimalen Ergebnis führt.

  8. Ich beachte, das wir und unser Projekt nur im Zusammenspiel mit meiner Umwelt dauerhaft existieren können.

  9. Ich anerkenne, dass ich mit allem verbunden bin.

  10. Ich achte darauf, dass unsere Technologie und unsere Produkte dem Menschen und der Schöpfung dienen.

  11. Ich verbinde wirtschaftliche Arbeitsweise mit altruistischem, sinnorientiertem Engagement im Sinne einer nachhaltigen Zukunft.

  12. Mit meiner politischen Arbeit diene ich dem Gemeinwohl.

Selbstverpflichtung B (bereichsbezogen, hier Unternehmensführung)

Ich gehe ausschließlich aus innerer Überzeugung gegenüber mir selbst, meinen Mitmenschen, meiner Gemeinschaft, meinem Planeten, dem Projekt und meinem Unternehmen folgende Selbstverpflichtung ein:

  1. Ich fördere durch meine Planungen, Entscheidungen und Handlungen die Menschen und die natürliche Lebensbasis sowie ein wirtschaftliches Wachstum in einem ausgewogenen Verhältnis (Ökonomischer Donut).

  2. Ich würdige die Schöpfung in meiner Reichweite, behüte sie und diene ihr mit meinem Sein, meinem sinnvollen, kreativen Planen, meiner Tatkraft und meinen Ressourcen, indem ich Neues erschaffe.

  3. Zu diesem Zweck bilden wir uns lebenslang weiter und nutzen dabei meiner Kreativität und alle verfügbaren Medien, Methoden und technischen Hilfsmittel.

  4. Bedürfniserfüllung für mich und meine Gemeinschaft geht mir vor Gewinnmaximierung, Machbarkeit und Machtstreben.

  5. Ich anerkenne, dass meine Bedürfnisse und die der anderen geschäftlich am effektivsten durch Arbeitsteilung erfüllt werden (Prinzip des gemeinsamen WIRkens).

  6. Ich habe Vertrauen in mich selbst, meine MitWIRkenden, mein Projekt, meine Anbieter und Kunden.

  7. Ich arbeite nur mit vertrauenswürdigen Anbietern, Kunden und MitWIRkenden zusammen.

  8. Ich sorge in allen Prozessen für vertrauensbildende Transparenz.

  9. Ich achte darauf, dass meine Leistungen und die meiner Lieferanten mich und anderen weder psychisch, physisch noch wirtschaftlich schaden.

  10. Ich sorge mit all meinem Planen und Handeln für Win-Win-Situationen für alle.

  11. Ich achte die freie und soziale Marktwirtschaft im Sinne von sozialer Gerechtigkeit und Teilhabe am Wohlstand für alle.

  12. Ich bin spirituell-, wissenschafts- und technikaffin im Sinne des Nutzens für Mensch und Natur.

  13. Ich sehe Kultur und andere Kulturen als Bereicherung für mein WIRken.

  14. Zur Planung meines Projektes und meines WIRkens setze ich innovative Methoden ein (z.B. PESTEL-Analysen).

  15. Zur Strukturierung meines Projektes und meines WIRkens benutze ich innovative Methoden (z.B. CANVAS).

  16. Ich achte und beachte, dass es mehrere Wege der Entscheidungsfindung und zur Lösung eines Themas existieren.

Selbstverpflichtung C (demokratisch priorisiert)

In diesem Fall werden die Leitlinien gemeinsam demokratisch priorisiert und ausgewählt nach Mehrheitsentscheid. Dazu gibt es im zugehörigen Dokument „Leitlinien für Menschen, Gemeinschaften, Teams und Organisationen“ die Möglichkeit einer Tätigkeits- oder (Teil-)Projekt-bezogenen ABC-Priorisierung.


Die Bedeutung von Leitlinien in der Praxis

Eine wesentliche Möglichkeit zur Entdeckung der Wichtigkeit von Leitlinien und zur gemeinsamen Priorisierung bietet der in Abschnitt 1 beschriebene ARCHE Prozess. Je weiter ein Mensch in diesem Prozess voranschreitet, desto stärker wird er die (eigenen) Werte und Leitlinien verinnerlichen und leben und sich als Souverän eine Gemeinschaft Gleichgesinnter suchen, in der er sie leben kann.


Die Einführung von Leitlinien sowie das Anleiten unter diesen Rahmenbedingungen ist eine der wichtigsten Aufgaben von Anleitern. Lernassistenten, Bildungsbegleiter und Ältestenräte sorgen für die Einhaltung der gemeinsam vorgegebenen Leitlinien. CoGrowing-Counselors vermitteln und mediatieren im Sinne der eingeführten Leitlinien. Ein übergeordnet dienstleistender #Rat der Weisen und ein #Weisenrat formuliert die Leitgedanken und Leitlinien und entwickelt sie weiter (s.a. Teil 10: Alles beginnt - Organisation 2.0, aus Mathetik Teil 1 – Alles beginnt mit einer Frage).


Dienen Leitlinien zu Anfang des Prozesses noch als wichtige Orientierungshilfe, nimmt ihre Bedeutung im Verlaufe des Prozesses paradoxerweise immer weiter ab. Die Erklärung dafür ist, dass Mensch immer mehr zum MENSCH wird, und damit die universellen „Gesetze“ in ihm wirksam werden. Er lebt immer mehr, wie selbstverständlich, den göttlichen Plan, den ultimativen Leitgedanken namens Schöpfung,


Beispiele für die Umsetzung der Leitlinien


Im Rahmen des Behrens-Ufer Projektes wurden einige Beispiele für das praktische Umsetzen von Leitlinien und der dahinterliegenden Ziele erarbeitet.


© Jonathan.Academy, 2022

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